Großes Schloss (Aktuell)



Rudolf Holtappel – Die Zukunft hat schon begonnen

Ruhrgebietschronist Theaterdokumentarist Warenhausfotograf Eine fotografische Werkschau von 1950–2013

10.05.2020 bis 06.09.2020

 

„Grau – nur dreimal im Jahr eine klare Sicht“, so beschreibt Rudolf Holtappel (1923–2013) das Ruhrgebiet und fotografiert weiße Wäsche vor rauchenden Schloten, Dramen auf Theaterbühnen sowie konsumierende Menschen im Warenhaus. Für die Bildbände des Mercator-Verlags setzt Holtappel Industrie, Stadt und Mensch in Szene.

 

Sowohl von 1961–1970, als auch von 1992–2003 ist Holtappel als Bühnenfotograf in der Ära Büch und Weise am Theater Oberhausen tätig. Seine Wahl besonderer Blickwinkel und sein Gespür für den richtigen Augenblick werden bei Inszenierungen von Günther Büch, der Peter Handkes Stücke ans Theater brachte, genauso deutlich, wie bei Aufführungen von Klaus Weise in den 1990er Jahren.

 

Über Jahre hinweg arbeitet Holtappel für Karstadt und Henkel und prägt durch seine Fotografien die Darstellung der Unternehmen entscheidend mit. Für Karstadt entstehen von 1964–1995 Aufnahmen, die Erinnerungen an vergangene Zeiten wecken, etwa Bilder von Kunden und Kindern, Mitarbeitern und Menschenmengen beim Schlussverkauf. Für die Firma Henkel fotografiert er von 1974–2002 Werkshallen, Produkte, Produktionsabläufe in Fabriken und Menschen an ihren Arbeitsplätzen, die in der Zeitschrift Henkel-Blick abgedruckt werden. Unter den zahlreichen Preisen und Auszeichnungen und einem Ankauf vom Deutschen Bundestag sind auch die Fotografien der Henkel-Werksküchen, die mehrfach mit dem deutschen Wirtschaftsfotopreis prämiert werden. Erstmalig werden Fotografien, die für Henkel entstanden sind, der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Zahlreiche Fotografien versieht Holtappel mit Titeln, die zum Schmunzeln anregen. So stammt der Titel der Ausstellung, Die Zukunft hat schon begonnen, von einem seiner Bilder. Überraschend und experimentell ist Holtappels Umgang, der 1950 seinen Meister in Fotografie abgelegt hat, mit alten Edeldruckverfahren (Salzprints, Cyanotypien und Bromöldrucken) oder mit Kameramaterialien. Ein Ausstellungsbereich zeigt Holtappels Schwarz-Weiß-Fotolabor. Erstmalig ermöglicht die Werkschau einen umfassenden Einblick in die Vielfalt von Rudolf Holtappels (1923-2013) Schaffen. Über 50 Jahre lang nennt Holtappel Oberhausen seine Heimat. Die Stadt Oberhausen hat 2017 seinen Nachlass erworben, der in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen bewahrt wird. Ausgangspunkt der Ausstellung bildet sein chronologisches Archiv bestehend aus etwa 360.000 Negativen in schwarz-weiß und Farbe.

 

Alle Veranstaltungen müssen leider bis Ausstellungsende ausfallen!

Die Sammlung O. Alte Schätze – neue Wünsche

Der Kunstbesitz der Stadt Oberhausen - PATENSCHAFTEN GESUCHT

17.05.2020 bis 06.09.2020

 

Die LUDWIGGALERIE nennt einen kleinen Kunstschatz – Die Sammlung O. – ihr Eigen. Werke aus diesem Bestand werden immer wieder in die aktuellen Ausstellungen, vor allem in die großen Themenausstellungen, integriert. Außerdem wird ständig an der Erweiterung des Oberhausener Kunstbesitzes gearbeitet. So wurden Nachlässe ans Haus geholt, wie das zurzeit gezeigte fotografische Werk Rudolf Holtappels oder das künstlerische Vermächtnis von KURO, alias Walter Kurowski. Aktuell ist die Sammlung durch die Kombination aus Ankauf und Schenkung der Arbeiten von Walter Dohmen durch den Lions Club Oberhausen-Glückauf, die Schenkung von Grafiken durch Wolfgang Wissing und die Überlassung von eigenen Malereien durch Dirk Hupe um gleich drei wichtige Konvolute erweitert worden. Diese Schenkungen sind in der Präsentation in Auszügen zu sehen.

 

Auch in der laufenden Arbeit versucht die LUDWIGGALERIE, den Kunstbesitz der Stadt Oberhausen kontinuierlich zu vergrößern. Engagiertester Förderer in diesem Bereich ist der Freundeskreis der LUDWIGGALERIE. Zahlreiche Werke konnten dank der großen und großzügigen Unterstützung des Oberhausener Fördervereins erworben und gezeigt werden. Um diese Praxis weiter ausbauen und durchgehend weiterführen zu können, suchen wir Patinnen und Paten für weitere Ankäufe.

 

Auf einer Wand der Wünsche haben wir die Werke versammelt, für die wir uns Förderung erhoffen. Dabei reicht die Höhe einer Patenschaft von 50 bis 1500 €. Auch Spenden sind uns selbstverständlich willkommen. Wer eine Patenschaft übernimmt, wird zukünftig immer – falls gewünscht – in Verbindung mit dem Werk genannt. Es sind einige Arbeiten dabei, die wir sehr gern für die Hauptausstellung im nächsten Jahr erwerben würden. Die Ausstellung All about shoes beschäftigt sich mit der Fußbekleidung und ihrer Reflexion in der Kunst. Auch wenn wir aufgrund der aktuellen Situation keine Veranstaltungen durchführen können, hoffen wir sehr auf Unterstützung von Menschen, die der LUDWIGGALERIE nahe stehen oder dies zukünftig sein wollen.

 

Interessierte können sich per Mail über die Adresse ludwiggalerie@oberhausen.de an uns wenden oder an der Kasse, im Shop oder am Infopunkt persönlich und vor Ort eine Patenschaft übernehmen. In ungewöhnlichen Zeiten ist gerade die Kunst auf Unterstützung angewiesen. Wir hoffen sehr auf eine rege Teilnahme an dieser Aktion und freuen uns auf die neuen „Bestände“ für die LUDWIGGALERIE. Bekanntes und Unbekanntes wird Sie begeistern.

 

Die Ausstellung wird gefördert vom Freundeskreis der LUDWIGGALERIE. Kulturpartner ist der WDR 3.


Kleines Schloss (Aktuell)



Der Kunstverein zu Gast in der LUDWIGGALERIE

PARALLEL - Dieter Nuhr, Ferne und Dauer. Im Kabinett: Bahar Batvand, Akzidenz

21.06.2020 bis 13.09.2020

 

Dieter Nuhr arbeitet als Künstler auf verschiedenen Plattformen: Er ist Satiriker, Autor und bildender Künstler. Nach einem Kunststudium mit Schwerpunkt Malerei widmet er sich heute der konzeptuellen Fotografie. Reisend erkundet er die Welt, dokumentiert abseitige Welten, verwandelt sie in Bilder und schafft so ein Archiv unbeachteter Orte und Dinge. Seine detaillierten Beobachtungen mit der Kamera machen Gegenstände sichtbar, die meist eher ungesehen bleiben. Nuhrs Werke sind zwar im technischen Sinne Fotografien, wirken aber in erster Linie malerisch. Sie zeigen ihr Motiv frontal und in großer Klarheit, beeindruckend durch Farbklang und Bildkomposition. Der oft auf den ersten Blick wenig bildwürdig erscheinende Bildgegenstand erfährt durch seine Erhebung zum Motiv eine neue, würdevolle Existenz.

 

 

Bahar Batvand ist gebürtige Iranerin und hat an der Freien Islamischen Universität Teheran Malerei studiert. Nach ihrer Einreise nach Deutschland im Jahr 2000 begann sie ein Bühnenbild-Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie als Meisterschülerin bei Prof. Karl Kneidl abschloss. In den Werken Batvands steht das Material wie ausrangierte Möbelstücke und Schrottteile und dessen immanente Beschaffenheit im Mittelpunkt. Sie bricht die Oberflächen der Gegenstände auf, setzt sie der Witterung aus und etabliert auf diese Weise eine neue Substanz, einen neuen Inhalt.

Kontakt

LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Konrad-Adenauer-Allee 46

46049 Oberhausen

Tel 0208 4124928

Fax 0208 4124913


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