Großes Schloss (Aktuell)



Vernissage: Samstag, 21. September 2019 um 19 Uhr

Der Struwwelpeter

Zappel-Philipp, Paulinchen und Hanns Guck-in-die-Luft zwischen Faszination und Kinderschreck von Hoffmann bis Böhmermann

22.09.2019 bis 12.01.2020

 

„Sieh einmal hier steht er, Pfui! der Struwwelpeter!“ Viele Kinder sind mit diesem Satz, der die Erzählung vom Struwwelpeter einleitet, groß geworden. 1844 erfindet der Arzt Dr. Heinrich Hoffmann nicht nur die Geschichte vom Jungen, der sich weder die Haare kämmen noch seine Nägel schneiden lässt, sondern erdenkt zahlreiche weitere Figuren in diesem Stil. Neben Suppenkaspar und Hanns Guck-in-die-Luft prägt auch der Zappel-Philipp bis heute den deutschen Sprachgebrauch.

 

Warum ist der Struwwelpeter weltberühmt, obwohl es nicht nur unter dem Stichwort der schwarzen Pädagogik oft Kritik hagelte und zahlreiche Kinder nach der Gute-Nacht-Geschichte Angst um ihre Daumen hatten? Zum einen erzählt erstmals ein Bilderbuch überhaupt Geschichten gezielt für Kinder. Zum anderen nutzt Hoffmann eine neue reduzierte und karikierende Bildsprache, die sich von den biedermeierlichen Sehgewohnheiten stark abhebt. Mit seinem erzählenden Bilderbuch erschafft Hoffmann ein Werk, das seine Leser bis heute fasziniert und zugleich erschaudern lässt.

 

Der Klassiker inspiriert seit 175 Jahren Künstler zu eigenen Varianten. Überall lassen sich der Struwwelpeter, aber auch Paulinchen, Konrad, Hanns und Friederich wiederfinden – mal auf den ersten Blick, mal nach intensiver Betrachtung. Die Bildthemen sind bis heute hochaktuell und teilweise politisch. In Hoffmanns Geschichte von den schwarzen Buben taucht der große Nikolas die fremdenfeindlichen Buben zur Strafe in ein großes Tintenfass. 2013 thematisiert Luise Bofinger den in dieser Geschichte dargestellten Rassismus eindringlich und mit unmissverständlicher Botschaft. Mangaka David Füleki hingegen verhilft dem Struwwelpeter und „der ganzen Bande“ gleich zu mehreren Auftritten in zwei unterschiedlichen Comics. Reduziert und rein typografisch greift Hans Witte den Text von Heinrich Hoffmann auf und spricht damit nicht nur die bibliophilen BetrachterInnen an. Mit pointiertem Humor setzt Anke Kuhl in ihrem Buch Lola rast gleich mehrere Kinder in Szene, die an alltäglichen Gefahren verzweifeln, aber auch daran wachsen können: Malte erstickt im vollgerümpelten Spielzeugzimmer und Lisa-ohne-Zahn hat zu viele Süßigkeiten genascht! Der Struwwelpeter und seine Kumpanen – sie alle leben weiter bis heute. Struwwelpetriaden – international, schrill, politisch, kitschig, daneben, pointiert, mal im Geiste Hoffmanns, ob mit originalem Text oder umgedichtet, neu erdacht, weitergeschrieben oder mit neuen Charakteren versehen. Die Vielfalt und Aktualität des Struwwelpeter lassen sich bei einem Rundgang durch die Ausstellung erleben.

 

Zusätzlich zeugen kuriose Objekte, Merchandise und Schallplatten vom hohen Alltagsbezug. Ein eigener Ausstellungsbereich zeichnet Hoffmanns Porträt nach und zeigt sein Wirken im Kontext des Biedermeiers. Mehr als 100 Bücher, Zeichnungen, Illustrationen, Gemälde und Objekte aus der facettenreichen und internationalen Sammlung Sauer veranschaulichen die Geschichte und Entwicklung des Themas. Entdecken Sie, wie aus dem Urstruwwelpeter der uns allen bekannte Struwwelpeter wurde und was Darth Vader oder Mark Twain damit zu tun haben.


Kleines Schloss (Aktuell)



Der Kunstverein zu Gast in der LUDWIGGALERIE

Stefan Kaluza. Im Kabinet: Jiny Lan

16.06.2019 bis 22.09.2019

 

Der Kunstverein Oberhausen e.V. stellt in seiner Projektreihe „PARALLEL“ Stephan Kaluza mit der Ausstellung TRANSIT in der Panoramagalerie und im Kabinett die Künstlerin Jiny Lan mit MEISTERWERKE vor. Die Schau entstand in Kooperation mit der Galerie Michael Schultz, Berlin.

 

Stephan Kaluza, TRANSIT

 

In seinem Werk nutzt der in Düsseldorf lebende und arbeitende Künstler stets dasselbe thematische Vokabular – übersetzt in die Sprachen der Malerei, der Fotografie, des Theaters, der Performance und der Literatur.

 

„Der Titel TRANSIT ist nicht zufällig. Es ist die Bewegung, die den Betrachter antreibt – Transit, Transport, Reise … – Stück für Stück und Schritt um Schritt. Genau so baut Kaluza seine Arbeiten auf. Er nähert sich seinen Ideen, in diesem Fall der Natur, mit den Mitteln der Bewegung. Diese Bewegung ist überall und auf jeder Ebene zu spüren.“ (Isabelle von Rundstedt, aus: Demarkation/Transit)

 

Jiny Lan, MEISTERWERKE

 

Auf großformatigen Leinwänden zeigt Jiny Lan Porträts von acht international bekannten deutschen Künstlern. Darunter bereits verstorbene wie: Joseph Beuys, Sigmar Polke, A. R. Penck und Jörg Immendorf. Bei den vier noch lebenden handelt es sich um: Gerhard Richter, Markus Lüpertz, Georg Baselitz und Anselm Kiefer. Jiny Lan kennt die porträtierten Künstler entweder persönlich oder hat sich intensiv mit deren Werk auseinandergesetzt. Die Bilder sind nicht im klassischen Sinne als Porträts zu sehen, sondern als Werke der Beobachtung, was deutsche Künstler in den letzten achtzig Jahren zur Kunstgeschichte beigetragen haben. Zur gleichen Zeit werden diese Bilder mit den gleichen Motiven, aber in dreifacher Größe gedruckt, im Museum TAFA in China unter dem Titel „Made in Germany“ gezeigt.

Kontakt

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